BLOGPARADE: Warum blogge ich? – eine Selbstreflexion

Vor ein paar Tagen haben sich einige deutschsprachige Bloggermädels zusammengeschlossen, um zukünftig gemeinsam Blogparaden zu organisieren. Für all diejenigen, die sich gerade fragen, was das sein soll: Eine Blogparade in unserem Sinne bedeutet, dass mehrere Blogger innerhalb eines festgelegten Zeitraums über ein vorgegebenes Thema schreiben und somit verschiedene Artikel zum selben Thema, aber mit einer anderen Aufbereitung und aus unterschiedlichen Perspektiven entstehen. Meiner Meinung nach ist das eine tolle Idee, also habe ich mich dem Ganzen gleich angeschlossen.

Wir haben uns für den Monat November und das Thema “Warum blogge ich?” entschieden. Da dieses Mal aber nur 14 Blogs teilnehmen (als nächstes ist Lara von lara-ira dran) habe ich die Ehre, heute die Parade mit dem ersten Blogeintrag zu eröffnen. Das bedeutete für mich als Totalneuling zuerst einmal aufatmen. Ich soll als erste von uns Bloggerinnen einen Beitrag verfassen, obwohl ich eigentlich keine Ahnung habe, wie sowas überhaupt abläuft? Gut, dachte ich mir, machen wir es auf meine Art: simpel, ein wenig emotional und unkompliziert. Hier also mein Brief… an mich selbst.

Warumbloggeich

Liebes Zukunfts-Ich! Lies dir das sorgfältig durch!

“Warum blogge ich eigentlich?” war die Frage, die mir in den letzten Tagen sogar öfter im Kopf herumschwirrte als die Frage nach meinem Abendessen – und das ist sehr selten. Also versuchte ich mich an den Augenblick zurückzuversetzen, an dem ich entschlossen habe, einen Blog zu gründen. Das war gar nicht so einfach, denn diese Idee tauchte ab und an wieder auf und wurde von mir dann ebenso schnell wieder verworfen. Warum? Weil ich ein kleiner Angsthase bin. Ich wusste schon immer, dass ich für mein Leben gern schreibe. Mein ganzes Leben lang habe ich mich freiwillig in meiner Freizeit immer wieder mit dem Schreiben von Texten befasst. Ich sage freiwillig, weil damals kein Mensch verstehen konnte, warum ich nach unseren elendlangen Deutsch-Hausaufgaben überhaupt noch den Nerv hatte, mich mit Texten zu beschäftigen. Damals entstanden Kurzgeschichten, Gedichte, seitenlange nahezu literarische Tagebucheinträge, Ansätze für Romane, ja sogar ein Drehbuch habe ich angefangen zu schreiben. Wie man sich denken kann, bin ich zum jetzigen Zeitpunkt weder erfolgreiche Filmregisseurin noch angesehene Journalistin (aber hey, was noch nicht ist, kann ja noch werden – vielleicht hast du’s inzwischen schon geschafft). Meine Publikationsliste hätte wirklich lang werden können, wäre ich nur über meinen Schatten gesprungen und hätte wenigstens eines meiner angefangenen Projekte auch wirklich zu Ende gebracht.

Das gleiche Problem hatte ich anfangs mit diesem Blog. Ich habe mich stundenlang mit dem Thema auseinandergesetzt, versucht, aus WordPress schlau zu werden und mir sogar einige HTML-Kenntnisse angeeignet. Ich hatte eine genaue Vorstellung davon, wie meine Webseite schlussendlich aussehen sollte und natürlich ist sie noch nicht genau so geworden. Das hat mich zwar deprimiert und eine Elendsgeduld gekostet, aber überraschenderweise hat es mich nicht aufgehalten. Was mich wirklich aufgehalten hat, war ich selbst. Dass ich schreiben kann, wusste ich. Dass ich es liebe, mit der Sprache zu spielen und meine Reflexionen niederzuschreiben, war mir ebenso bewusst. Und dass mir genug Themen einfallen, über die ich schreiben könnte, wusste ich auch, schließlich habe ich auch sonst den ganzen Tag meinen Schnabel offen, um alles Mögliche zu kommentieren. Obwohl ich so viel zu sagen habe und es mich glücklich macht, andere Menschen mit meinen Worten und Bildern zu inspirieren, habe ich mich immer wieder gefragt, ob es überhaupt jemanden interessieren wird, was ich schreibe. Ich habe mir darüber Gedanken gemacht, ob mich die Gesellschaft in eine falsche Schublade steckt, weil viele der Meinung sind, das Bloggen sei nur ein Medium um reich und berühmt zu werden. Ich war mir nicht sicher, ob mich überhaupt jemand ernst nehmen wird.

All diese Ängste und Sorgen sollten aber niemanden daran hindern, das zu tun, wofür man eine Leidenschaft entwickelt hat. Bei mir ist es die Leidenschaft zu schreiben, der Spaß an der Fotografie und der kreative Ausgleich, der mir das Bloggen bietet. Ich möchte das alles nicht für mich behalten. Ich möchte, dass Menschen meine Arbeit sehen, erkennen, wie viel Liebe ich in das alles stecke, mir Feedback geben, damit ich mich weiterentwickeln kann und ich möchte, dass ich sie vielleicht auch dazu inspirieren kann, ihrer eigenen Leidenschaft nachzugehen. Hätten meine Familie und meine Freunde mir keinen Schubs gegeben, wäre vielleicht auch dieser Blog auf der Liste all der Werke gelandet, die ich nie richtig zu Ende gebracht habe. Trotzdem musste ich den letzten Schritt selbst erledigen – den blauen Button klicken, auf dem groß PUBLIZIEREN steht. Und das habe ich auch gemacht. Ich blogge also nicht nur, weil ich gerne schreibe, gerne kreativ bin, gerne reise und mich überdurchschnittlich viel mit Mode beschäftige, denn all das machen tausende andere Leute auch. Und ich blogge schon gar nicht, weil ich einen Hang zur Selbstdarstellung habe, denn das würde überhaupt nicht mit meiner immer wiederkehrenden Unsicherheit zusammenpassen. Der Grund, warum ich wirklich blogge, ist der, weil ich mich getraut habe und weil es das Einzige ist, was ich wirklich durchgezogen habe. Ich habe keine Angst mehr. Für mich ist das Zeichen genug dafür, dass das, was ich momentan mache, also nur das Richtige sein kann. Ich habe sehr viel Spaß daran, werde weitermachen und sehen, wie ich mich entwickeln werde. Das Bloggen gibt mir ein Gefühl, das ich nicht beschreiben kann und auch nicht mehr hergeben werde. Also liebes Zukunfts-Ich, solltest du dir jemals wieder unnötig Sorgen über etwas machen, spring über deinen Schatten, trau dich und setze es einfach in die Tat um, denn es wird dir schlussendlich sehr viel Freude bereiten.

In weiser Voraussicht,

dein vergangenes Angsthasen-Ich

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13 thoughts on “BLOGPARADE: Warum blogge ich? – eine Selbstreflexion

  1. Das hast du wirklich toll geschrieben :) super schön, ich hoffe ich bekomme meinen Beitrag auch so toll hin & bin schon gespannt, wie es die anderen umsetzten :)

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  2. Ich bin gerade über den Blog von San Dra zu dir gekommen und finde es sehr schade, dass dies eine geschlossene Blogparade ist.
    Sonst wäre ich nämlich gerne dabei gewesen!
    LG
    Sabienes

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    1. Hallo! Du kannst natürlich gerne bei einer der Blogparaden mitmachen! Sende mir einfach eine Nachricht auf Facebook, dann füge ich dich bei unserer Gruppe hinzu.
      Schönen Tag noch!

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