INNSBRUCK: Going Out

Das Semester hat gerade erst richtig begonnen und viele verspüren schon den Drang, in den ersten Wochen so viel wie möglich zu unternehmen. Verstehe ich vollkommen, immerhin bekommt man meistens schon in der ersten Woche die ganzen Prüfungstermine auf den Tisch geknallt und sieht hilflos dabei zu, wie sich der Kalender Ende November (am InTraWi hat man diese berühmten Zwischenprüfungen) und Ende Jänner weiter und weiter füllt. Bis man dann irgendwann bemerkt, dass bei so vielen Prüfungen der ursprüngliche Plan, eine Woche davor zu lernen, nicht mehr ganz hinkommen kann. Rechnet man die Weihnachtsferien und so manche Wochenenden für Heimatbesuche weg, bleibt von den 15 Wochen plötzlich gar nicht mehr so viel übrig.

Für diejenigen, die deshalb die nächtlichen Stunden zum Tag machen wollen, anstatt diese schlafend im Bett zu verbringen, kommen meiner Erfahrung nach abwechselnd zwei andere Beschäftigungen in Frage: Die ganze Nacht gebannt vor dem Laptop verharren und sich Netflix sei Dank serientechnisch wieder auf den neuesten Stand bringen und ausgehen/feiern oder wie man im Vorarlberger Dialekt so schön sagt “furtgo”. Das Nachtleben in Innsbruck ist vor allem unter der Woche ausgeprägt und ich traue mich zu behaupten, dass für jeden Typ Mensch etwas dabei ist. Um die Auswahl ein wenig einzuschränken, habe ich die Möglichkeiten nach meiner Einschätzung kategorisiert. Nein, ich bin überhaupt keine Expertin was das Ausgehen anbelangt und deshalb finde ich es umso wichtiger, dass genau ich diesen Artikel schreibe. Für all diejenigen, die genauso faul sind wie ich und einen ordentlichen Tritt Motivation brauchen um sich doch mal aufzurappeln und loszuziehen. 

Der gemütliche

Diejenigen unter euch, die es ein wenig ruhiger mögen und gerne auf die große Partymasse verzichten, sind im Selles gut aufgehoben. Gute Musik, bei der man sogar noch miteinander kommunizieren kann (was heutzutage fast schon eine Seltenheit ist), modernes Ambiente sowohl für Nichtraucher als auch für Raucher und eine Getränkekarte, die euch von Wein/Bier über Cocktails bis hin zu Shots das volle Programm anbietet. Und das Beste ist: Es gibt auch Kleinigkeiten zu essen! Vor allem die Nachos sind sehr empfehlenswert ;)

Wer sonst noch eher zur gemütlichen Sorte gehört und Guinness, Cider, Folk- und Rockmusik liebt, der fühlt sich im Limerick Bill’s Irish Pub richtig wohl. Mitten in der Altstadt gelegen, zieht es hier so ziemlich jeden hin: Ob Jus-, Architektur- oder Biologiestudent, hier ist wirklich durch die Bank jeder anzutreffen, der gemütlich sein Bier trinken und mit seinen Mitmenschen quatschen möchte. Im Gegensatz zum Selles ist die Einrichtung eher altmodisch gehalten, es ist aber auf jeden Fall größer, der kleine Eingang direkt in der Maria-Theresienstraße trügt. Nebenbei bemerkt ist die Lage perfekt für einen kurzen Abstecher zum Siedepunkt, bei dem man zwischendurch  seinen ärgsten Hunger stillen kann.

Läuft man weiter Richtung Goldenes Dacherl kommt man zum Moustache. Nein, man braucht keinen Schnurrbart, um hier seinen Abend verbringen zu können, kann aber auch nicht schaden. Auch hier erwartet euch kein Saufgelage, sondern eine gemütliche Bar, die mit verschiedenen Sitzmöglichkeiten (es gibt auch eine extrem gemütliche Ledersitzecke, also eher früh dort sein!) zum Beisammensein einlädt. Der Raucherbereich befindet sich gesondert, man kann sich also den nächtlichen Spaziergang zum WG-eigenen Balkon, um seine ganze Kleidung zum Auslüften aufzuhängen, zur Abwechslung mal sparen – Hurra!

Der Partygänger

Hofgarten, Blue Chip, Aftershave, Prometheus und Co. laden alle Studenten ein, die bis in die Morgenstunden feiern wollen – und damit meine ich nicht nur bis 2 Uhr. Im Hofgarten und Blue Chip wollen die Djs vor allem mit Mainstream und Charts die Tanzwütigen auf die Tanzfläche locken (hängt natürlich auch vom jeweiligen Motto ab). Mit zahlreichen Aktionen und Mottoabenden wie der 6er-Garantie (6 Getränke um 10€)  im Hofgarten oder dem Campus Club im Blue Chip, sind diese Locations auch dementsprechend fast immer voll mit Partytigern, die im Laufe des Abends gerne mal vergessen, dass der Wecker am nächsten Tag eigentlich schon um 7 Uhr läutet.
Und hier noch eine kurze Anmerkung für alle Erstsemestrigen: Ja, der Hofgarten befindet sich wirklich mitten in diesem Park und es ist durchaus normal, ihn nicht beim ersten Mal gleich zu finden… oder vielleicht habe ich mich damals auch wirklich dumm angestellt, kann natürlich auch sein.

Der Event-Jäger

Im Weekender sind vor allem Konzerte und Mottoabende zuhause. Auch bekanntere Musiker planen des Öfteren einen Zwischenstopp im Weekender ein. Es lohnt sich also wirklich, das Programm früh genug zu studieren, denn die begehrten Karten verkaufen sich sprichwörtlich wie warme Semmeln. Das Lokal an sich ist klein, aber fein und besteht fast ausschließlich aus einer großen Tanzfläche und einer kleinen gesonderten Raucherlounge (die Gäste scheinen sich aber nicht wirklich an diese Trennung zu halten, denn meine Kleidung wurde bis jetzt trotzdem immer anschließend auf den Balkon verbannt).

Der Hochprozentige

Naja, hochprozentig ist vielleicht nicht der korrekte Ausdruck, aber ein bisschen was aushalten sollte man schon, denn es handelt sich hierbei um die Haltestelle. Haltestelle? Auf die Frage “Sollen wir uns bei der Haltestelle treffen?” folgt in Innsbruck oftmals die leicht verwirrte Antwort “Bei welcher?”, dabei ist doch eigentlich von der Shotbar schlechthin die Rede. Die Haltestelle bietet sogenannte “Lines” an , die aus verschiedenen Shots bestehen. Alle haben kreative Namen, manchmal muss man sie anzünden, manchmal trinkt man sie mit Schokolade und manchmal wird es auch ein bisschen schärfer. Neben den Shots gibt es aber auch die altherkömmlichen Klassiker wie Wein, Bier und Cocktails. Ein Besuch lohnt sich auf jeden Fall! PS: Gleich um die Ecke gibts Döner, Pizza und Co. bei Chili’s!

Ich könnte die Liste noch endlos fortsetzen, schließlich gibt es da ja auch noch das Theresienbräu und das Elferhaus für Bierliebhaber, das Copa Cabana für Karaokebegeisterte, die Bögen, die schon seit eh und je bekannt sind und und und… Wie ihr anhand der Länge der einzelnen Kategorien sehen könnt, wisst ihr wahrscheinlich schon unter welchen Typ ich persönlich falle, aber was ist mit euch? ;)

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